„Ich war erst Fahrradbote, bevor ich passionierter Radlfahrer wurde“, erinnert sich Robert Fuchs, „durch das Botenfahren hab ich Wien viel unmittelbarer kennen gelernt.“

Nach 10 Jahren ausschließlich als Radbote suchte Robert nach neuen Aufgaben und begann in Teilzeit als Lernhilfe in einem Hort. Dort entwickelte er Jahresprojekte mit: Tanzen im Winter und Fußball im Sommer, immer Mädchen und Jungen zusammen – eine herausfordernde Aufgabe, die gelang: Bei der Weihnachtsfeier tanzten die 7- bis 8- jährigen Mädchen und Buben gemeinsam Walzer und begeisterten ihre Eltern.

„Konzentriere dich auf das, was du gut kannst und gern machst!“

war der Tipp einer Bekannten an Robert. Radfahren zum Beruf machen, nur anders? Während seines Lehramtsstudiums gab Robert Kindern immer nebenher Nachhilfe. Außerdem begann er sich mit Radfahrausbildung für Kinder auseinanderzusetzen und recherchierte: Es gab keine Radfahrschule in Wien, nur die Freiwillige Radfahrprüfung und dafür war die Polizei zuständig. Sie und weitere Institutionen hatten einen anderen Zugang zum Radfahren. Doch Robert verfolgte seine Ideen zum Radfahren lernen weiter, denn er war davon überzeugt, dass es Kommunikation als Basis und das Üben direkt im Straßenverkehr braucht.

Gemeinsam mit Bernhard Dorfmann entwickelte Robert Fuchs 2010 das erste Konzept für einen Radfahrkurs im 17. Bezirk auf der Alszeile. Esther Gruber, eine Kollegin von Veloce, begleitete als dritte Person den Kurs mit sieben Kindern, drei Mädchen und vier Jungen – mit dabei war Roberts 10-jähriger Sohn. Die Eltern waren wohlwollend und „Schulterblick“ war das Wort der Stunde, das den Kindern gut gefiel und später Namensgeber wurde. Während Robert den Fokus auf Kinder beibehielt, beschloss Bernhard, sich mit seiner City Cycling School auf Radfahrkurse für Erwachsene zu spezialisieren.

Mit Dieter Wagner, einem Vater, dessen Kinder beim ersten Workshop dabei waren, gründete Robert »Schulterblick – Die Wiener Radfahrschule«, heute »Schulterblick – Die Radfahrschule«. Mit im Gründungsteam dabei waren Esther Gruber, David Lemmerer und Reinhard Kahrer. Gemeinsam entwickelten wir das Konzept weiter und bauten Strukturen auf. 2011, am 5. Juli, ließen wir Schulterblick als gemeinnützigen Verein eintragen, mit dem Ziel im Frühjahr 2012 zweitägige Radfahrkurse für Volksschulklassen der 4.Schulstufe anzubieten. Mit der ebenfalls 2011 gegründeten Radagentur der Stadt Wien, der heutigen Mobilitätsagentur, nahm Robert sogleich Kontakt auf: Martin Blum war sehr erfreut über die Initiative für eine Wiener Radfahrschule. 10 Jahre später geben wir, neben Radfahrkursen für Schulklassen, Jugendliche, Eltern und Kinder, sowie Erwachsene, sogar Kurse für Radlieferant*innen – abgehalten von Robert und Christian Sichera, der Anfang 2015 als ehemaliger Veloce-Kollege zu uns kam. So schließt sich der Kreis.


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