Wir stellen uns vor! Einblicke, wer die Menschen bei Schulterblick sind und was sie antreibt.

Livia, Anfang 20, studiert Biologie an der Uni Wien und geht in ihrer Freizeit gerne tanzen und schwimmen. Vor bereits zehn Jahren lernte sie unsere Radfahrschule als Kind bei einem der ersten Schulterblick-Radfahrkurse kennen. Jetzt gibt sie ihre Freude am Radfahren an die nächste Generation weiter und genießt es, mit diesem einzigartigen Beruf einen Ausgleich zu ihrem Studium zu schaffen.

Wie hat Schulterblick dein Leben, deine Welt, verändert?

Schulterblick hat mein Leben dahingehend verändert, dass ich regelmäßig arbeite, das ist eigentlich das erste Mal überhaupt, dass ich zusätzlich zum Studieren diese Struktur habe. Ich fahre außerdem mehr mit dem Fahrrad als davor. Diese beiden Dinge sind für mich ein guter Ausgleich zur Uni, das ist sehr angenehm. Ich finde die Arbeit bei Schulterblick sinnvoll und es hat sich dadurch für mich nochmal bestätigt, dass ich sehr gerne mit Menschen zusammenarbeite.

Wie bist du zu Schulterblick gekommen?

Das ist lustig, ich bin eigentlich seit ich ein Kind bin bei Schulterblick.

Ich war schon beim allerersten Schulterblick-Kurs dabei, vor über zehn Jahren.

Mein Papa kennt den Robert schon seit dem Kindergarten und der hat, ganz am Anfang von Schulterblick, zum Ausprobieren des Kurs-Konzepts Kinder gesucht, die Lust haben mitzumachen. Da war ich dabei und das war sehr lustig. Später bin ich dann eben auch so zu Schulterblick gekommen. Mein Papa hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es wieder einen Ausbildungs-Durchgang gibt und ich dachte mir, ich probier’s einfach mal aus, mehr als dass es mir keinen Spaß macht, kann ja nicht passieren.

Welchen Bezug hattest du davor zum Radfahren?

Ich hatte immer schon, von klein auf, einen Bezug zum Radfahren. Zu Beginn hatte ich noch ein Rad mit Stützrädern, so habe ich angefangen, und dann irgendwann eines ohne. Damals haben wir noch in einem Haus mit Garten gewohnt und da war ich mit so vier, fünf mal alleine unten. Ich bin zu meiner Mama hochgelaufen und habe ihr gesagt:

“Mama, ich kann Radfahren!”

Das hat sie mir nicht ganz geglaubt, da ich nur eine Stunde alleine im Garten war. Sie war dann sehr überrascht, dass es wirklich gegangen ist. Da habe ich die ersten Erfahrungen mit dem Fahrradfahren also ganz alleine gemacht. Aber selbst kann ich mich leider nicht daran erinnern, meine Mama hat mir vor einiger Zeit die Geschichte erzählt. Ansonsten finde ich Radfahren einfach praktisch und es ist angenehm draußen zu sein.

Was ist dir von der Ausbildung besonders in Erinnerung geblieben?

Wie viele unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Altersgruppen und Berufen teilgenommen haben. Deswegen gab es viel Austausch und unterschiedliche Perspektiven – und eben dieses gleiche Thema, das Radfahren, das uns alle verbunden hat.

Ich fand die Stimmung während der Ausbildung auch generell sehr entspannt und respektvoll. 

Besonders spannend und lehrreich waren für mich die Erzählungen aus eigenen Erfahrungen von Radfahrlehrer:innen. Und bei den Hospitationen habe ich am meisten gelernt. Zuerst ist man am Anfang noch passiv, also nur dabei und schaut zu und begleitet. Und dann auch beim wirklichen, selbstständigen Arbeiten, wenn man mal einen Teil übernimmt, eine Übung erklärt, habe ich viel gelernt. Es ist ein Prozess: Man wird nicht ins kalte Wasser geworfen, sondern langsam an die Arbeit herangeführt.

Was ist einzigartig an unserer Radfahrschule?

Dass wir, zumindest bei den Kursen in Niederösterreich, mit den Kindern auch wirklich im Verkehr fahren. Das ist kein Vergleich zu zum Beispiel vielen anderen Radfahrschulen. Beim Fahren auf der Straße begibt man sich in reale Situationen, ganz anders als am Übungsplatz.

Einzigartig ist auch, dass wir immer ein großes Team sind. Dadurch ist es möglich, dass wirklich alle Kinder miteinbezogen werden und radfahren, egal wie gut sie es am Anfang können.

Ich finde auch, dass wir ein gutes Team sind, weil wir Leute mit viel Erfahrung dabei haben, was sehr wichtig und wertvoll ist – vor allem für das Fahren im Straßenverkehr.

Hat dich etwas an der Arbeit als Radfahrlehrerin bei Schulterblick überrascht?

Wie schnell Kinder fahren lernen, das hat mich überrascht. Bei den Hospitationen mit Anfänger:innen ist mir das zum ersten Mal aufgefallen, wie schnell das eigentlich geht. Und wie glücklich die Kinder sind, auch wenn sie noch nie auf einem Rad gesessen sind – sie haben so einen Spaß daran Radfahren zu lernen. 

Einzigartig an dem Beruf ist, dass man immer draußen an der frischen Luft ist, egal bei welchem Wetter. Ich fand es auch überraschend und einzigartig, dass die Arbeit, zum Beispiel bei einem vierstündigen Schulklassenkurs wirklich sehr intensiv ist und viel Konzentration erfordert.

Die Arbeit im Team schätze ich sehr bei Schulterblick. Wenn während dem Kurs mal etwas nicht so gut läuft, wird es im Anschluss diskutiert – und wenn etwas gut läuft, freut man sich gemeinsam darüber!

Dieser Austausch ist eigentlich ein fixer Bestandteil unserer Arbeit und viel wert, finde ich. 

Radfahrlehrer:in sein ist auch einfach ein grüner Job. Wir fahren nur mit dem Fahrrad oder längere Strecken wie nach Niederösterreich mit dem Zug. Durch diese Kombination wird auf Nachhaltigkeit geachtet. Die Arbeit bei Schulterblick hat auch mein Selbstbewusstsein gesteigert. Anfangs wird man langsam begleitet, und plötzlich hält man dann selbst den Kurs. 

Warum fährst du Fahrrad und was hat sich verändert, seit du bei Schulterblick bist?

Ich fahre gerne Fahrrad weil es Spaß macht. Und auch weil man unabhängig ist, im Vergleich zu den Öffis oder dem Auto. Ich habe zwar den Führerschein, was sehr praktisch ist, wenn man im Urlaub mit dem Auto unterwegs ist. In der Stadt ist mir das Autofahren zu stressig, weil man immer so lange einen Parkplatz suchen muss in Wien.

Noch ein Grund, warum ich gerne radfahre: weil man in Bewegung ist, im Alltag. Es ist eine Art Sport, bei dem man sich aber nicht ständig total auspowert.

Was wünschst du dir fürs Radfahren im Straßenverkehr?

Ich wünsche mir, dass viel mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren und zu Fuß gehen. Das würde die Straßen und das Gefühl in der Stadt nachhaltig verändern.

Was tust du, außer den besten Job der Welt auszuüben, sonst noch gern?

Momentan bin ich sehr mit meinem Biologiestudium beschäftigt, das ich voraussichtlich in einem Jahr abschließen werde, und genieße das auch. Besonders das praktische Arbeiten im Labor macht mir wirklich großen Spaß. In meiner Freizeit bin ich gerne draußen spazieren oder mit Freund:innen unterwegs. Im Sommer gehe ich gern an die Alte Donau schwimmen und mache jetzt seit diesem Semester sogar einen Schwimmkurs am USI. Sonst gehe ich sehr gern tanzen oder lese.


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